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Dosis, effektive

Für die Bewertung der Auswirkung von Strahlung sind mehrere Dosisbegriffe nötig. Jeder Dosisbegriff beschreibt spezielle Aspekte der Messung oder Bewertung ionisierender Strahlung.

Durch Strahlung wird Energie in ein Material eingebracht. Eine grundlegende Dosis ist die Energiedosis: Sie beschreibt die an eine bestimmte Materialmenge übertragene Energie. Die Energiedosis ist damit ein rein physikalischer Wert mit der Maßeinheit Gray (Gy). Die Energiedosis allein liefert keine Aussage über die Wirkung von Strahlung in einem oder auf einen Organismus. Deshalb werden weitere Faktoren hinzugezogen, die einerseits von der Art der Strahlung (siehe Strahlungsarten) und andererseits von der Art des bestrahlten Gewebes abhängen.

Die effektive Dosis berücksichtigt die unterschiedliche Strahleneinwirkung auf einzelne Organe, indem Äquivalentdosen (Messungen) mit Wirkungsfaktoren (Erfahrungswerten) multipliziert werden. Die so ermittelten Dosiswerte pro Organ werden addiert und ergeben die effektive Dosis. Damit gehört die effektive Dosis zur Gruppe der nicht direkt messbaren Dosiswerte.

Die Äquivalentdosis hingegen ist eine messbare Dosis. Sie wird an einer repräsentativen Stelle mit einem geeigneten Messgerät ermittelt. Bei Personen ist es z.B. ein Personendosimeter (Messgerät), das an der Brust getragen wird. Hiermit wird eine Personendosis gemessen.

Die Maßeinheit für die Wirkung der Strahlung auf einen Organismus ist das Sievert (Sv). In der Praxis werden meist nur Bruchteile der Dosiseinheit verwendet, nämlich Millisievert (mSv) und Mikrosievert (µSv).

Die durch natürliche Strahlenquellen bedingte effektive Dosis beträgt in Deutschland pro Einwohner und Jahr etwa 2,1 mSv und ist regionalen Schwankungen unterworfen. Hinzu kommt eine effektive Dosis von durchschnittlich 1,9 mSv pro Einwohner und Jahr. Diese sogenannte zivilisatorische Strahlenexposition ist hauptsächlich auf medizinische Anwendungen wie Röntgendiagnostik oder nuklearmedizinische Untersuchungen zurückzuführen.