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Foto des Kraftwerkes Grafenrheinfeld

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld

Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld liegt im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt in Bayern. Die Anlage wurde 1981 erstmalig in Betrieb genommen.

Im Rahmen des beschlossenen Ausstiegs Deutschlands aus der Atomenergie, wurde das Kernkraftwerk 2015 abgeschaltet. Seit 11. April 2018 liegt die Genehmigung zur Stilllegung und zum Rückbau der Anlage vor. Der nukleare Rückbau begann noch im April 2018.

KKG Anlagenleiter Bernd Kaiser (rechts) beim Pressegespräch vor der Personenschleuse des Reaktorgebäudes
Kernkraftwerk Grafenrheinfeld: Rückbaufortschritt zeigt sich im Reaktorgebäude

„Wir kommen planmäßig voran“ – so die Botschaft des Kraftwerksleiters Bernd Kaiser an die im Rahmen einer Kraftwerksbesichtigung anwesenden Pressevertreter am 30. Januar im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Der Kraftwerksleiter sowie sein Kollege Steffen Pretscher, als Leiter des Programm Management Offices zuständig für die projektübergreifende Koordination der Termine, Leistung und Kosten im Kraftwerk, erklärten den Journalisten die konkreten Fortschritte und führten sie an die Orte des Geschehens im Reaktorgebäude und im Hilfsanlagengebäude.

Seit Beginn des Rückbaus im April 2018 wurden bisher rund 5.000 Komponenten von insgesamt 20.500 Komponenten stillgesetzt und knapp 500 Tonnen von insgesamt 31.500 Tonnen rückgebaut. Schwerpunkte für 2020 sind die Herstellung der Brennstofffreiheit sowie weitere Systemstillsetzungen und -demontagen, die sich im Reaktorgebäude und im Ringraum des Reaktorgebäudes befinden. Im Ringraum sollen zukünftig Stationen des Reststoffbehandlungszentrums entstehen, wo demontierte Teile für die Freigabe vorbereitet, d.h. weiter zerkleinert, gereinigt und in Mulden verladen werden können.

PMO-Leiter Steffen Pretscher (Mitte) beim Gespräch mit Pressevertreter

„Rückbau bedeutet eine ständig sich verändernde Anlage und viele parallel laufende Gewerke. Da muss alles Hand in Hand gehen! Gibt es Verzögerungen an der einen Stelle hat das sofort Auswirkungen auf die anderen Projekte. Eine sorgfältige Planung ist also das A und O! Unser Ziel ist es, dass die Anlage am Jahresende brennstofffrei und die Bereitstellungshalle in Betrieb ist. Die Stationen für die Reststoffbehandlung sollen größtenteils betriebsbereit sein - damit wären die Rahmenbedingungen für einen intensiveren Rückbau geschaffen“, so Steffen Pretscher.

Von links: KKG-Anlagenleiter Bernd Kaiser; Landrat Florian Töpper; Dr. Guido Knott, CEO PreussenElektra (Foto: Andreas Fassnacht)
Kraftwerksgespräch im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld: Rückbau im Fokus

Anlagenleiter Bernd Kaiser begrüßte knapp 100 Vertreter aus Kommunalpolitik, Behörden, Wirtschaft und Presse zum 11. Kraftwerksgespräch im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld. Dazu betonte er: „Das Kraftwerksgespräch ist ein fester und wichtiger Bestandteil unserer Standortkommunikation. Der regelmäßige persönliche Austausch mit unseren Nachbarn ist durch nichts zu ersetzen.“

Da der Rückbau von außen nicht sichtbar ist, nahm der Anlagenleiter die Gäste mit auf eine Bilderreise durch die Anlage und erläuterte dabei die wichtigsten Fortschritte in den vergangenen zwölf Monaten.

Als Vorbereitung für die Probenahme vom Reaktordruckbehälter inklusive Einbauten, wurde dieser zu Beginn des Jahres von allen Hauptkühlmittelleitungen getrennt und verschlossen. Das Ergebnis der Probenahme wird für die Ausarbeitung des Zerlegekonzepts benötigt.

Zudem wurden weitere Systeme wie zum Beispiel das Leckabsaugsystem, die Abgaskompressoren oder eine Nachkühlpumpe stillgesetzt und demontiert, da sie für den Restbetrieb nicht mehr benötigt werden. Der gewonnene Platz wird genutzt, um neue Einrichtungen wie eine Kammerstrahlanlage für das Reststoffbehandlungszentrum aufzubauen oder als Pufferfläche für die Reststoffe aus dem Rückbau.

Seit Beginn des Rückbaus im April 2018 wurden bisher rund 5.000 Komponenten von insgesamt 20.500 Komponenten stillgesetzt und knapp 500 Tonnen von insgesamt 31.500 Tonnen rückgebaut.

Auch auf Themen, die mittelbar mit dem Rückbau einhergehen, wie die angestrebten Veränderungen bei der Werkfeuerwehr, ging Kaiser ein und betonte: „Wir sind sehr früh auf die betroffenen Behörden, Gemeinden und Feuerwehren zugegangen, um den Übergang von einer Werkfeuerwehr zu einer Betriebsfeuerwehr nicht nur transparent zu machen, sondern gemeinsam zu gestalten“, so Kaiser.

Schon gewusst?

Bis zum Ende seines Betriebes produzierte das Kraftwerk Grafenrheinfeld insgesamt 333 Mrd. kWh Strom. Eine Menge, die ganz Bayern fast 4 Jahre durchgehend mit Strom versorgen könnte.

Fakten

Betreiber: PreussenElektra GmbH

Eigentümer: PreussenElektra GmbH (100%)

Mitarbeiter: 244

Reaktortyp: Druckwasserreaktor

Nettoleistung: 1.275 MW