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Foto des Kraftwerkes Grafenrheinfeld

Kernkraftwerk Grafenrheinfeld

Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld liegt im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt in Bayern. Die Anlage wurde 1981 erstmalig in Betrieb genommen.

Im Rahmen des beschlossenen Ausstiegs Deutschlands aus der Atomenergie, wurde das Kernkraftwerk 2015 abgeschaltet. Seit 11. April 2018 liegt die Genehmigung zur Stilllegung und zum Rückbau der Anlage vor. Der nukleare Rückbau begann noch im April 2018.

Bernd Kaiser, Anlagenleiter (1. vorne links), Daniel Nagl, Bezirksvorstand JU Unterfranken (2. vorne links), MdB Dr. Anja Weisgerber (3. vorne links).
Stippvisite im KKG: Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber und Junge Union Unterfranken informieren sich über Rückbau im KKG

Es war ein kurzer aber informativer Abstecher ins Infozentrum unseres Kraftwerks am 4. Septem- ber: Anlagenleiter Bernd Kaiser erläuterte der Bundestagsabgeordneten Dr. Anja Weisgerber und den Mitgliedern der Jungen Union Unterfranken, die im Rahmen der Heimattour 2020 der JU Unterfranken unterwegs waren, wie wir unser Kraftwerk in den nächsten Jahren Stück für Stück in den Urzustand zurückversetzen werden und was die Kraftwerksmannschaft vor Ort bereits geleistet hat. 

Fazit der Bundespolitikerin: „Schön zu sehen, wie offen und transparent das KKG zum Rückbau informiert und auf Fragen eingeht.“

Wir danken für den Besuch und das Interesse!

Standortkommunikatorin Evamaria König, Kraftwerksleiter Bernd Kaiser und André Storath, Teilbereichsleiter Entsorgung beim Online-Pressegespräch.
Fünf Jahre nach Abschaltung: Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld kommt gut voran

Anlässlich des fünften Jahrestags der Leistungsbetriebseinstellung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) lud Anlagenleiter Bernd Kaiser am 24. Juni zum Online-Pressegespräch, um über die Fortschritte des Rückbaus und weitere geplante Maßnahmen zu informieren. Das KKG war von 1982 bis 2015 in Betrieb und sorgte 33 Jahre lang für eine sichere Stromversorgung der Region Mainfranken. Am 27. Juni 2015 um 23:59 Uhr stellte es seinen Betrieb ein. Die Erteilung der Stilllegungs- und Rückbaugenehmigung erfolgte im April 2018. „Seitdem haben wir uns selbst und auch einiges an Material im Kraftwerk bewegt. Veränderung ist heute unser täglicher Begleiter“, so Bernd Kaiser.

Im Rahmen des Rückbaus wurden von April 2018 bis Ende Mai dieses Jahres bereits rund 6.700 von insgesamt 20.500 Komponenten stillgesetzt und 765 von insgesamt  31.500 Tonnen zurückgebaut. Um die demontierten Anlagenteile reinigen, zerlegen und gegebenenfalls zerkleinern zu können, entsteht derzeit im Kontrollbereich des KKG ein Reststoffbehandlungszentrum mit mehreren Behandlungsstationen. Weitere Großprojekte sind bereits in Planung: Ab 2021 werden die Einbauten im Reaktordruckbehälter zerlegt, der Reaktordruckbehälter selbst und die vier großen Dampferzeuger sollen in den Jahren 2023 und 2025 folgen. „Diese Schritte werden sich voraussichtlich über die kommenden zehn Jahre erstrecken: Von außen nicht sichtbar wird sich das Reaktorgebäude Schritt für Schritt in eine – im wahrsten Sinne des Wortes entkernte – Gebäudehülle verwandeln“, erklärt Bernd Kaiser und ergänzt, „Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Nachbarn am Rückbaufortschritt teilhaben lassen.“

Mit veränderter Personalstruktur in die Zukunft

Seit Beginn des Rückbaus ist die Belegschaft von knapp 300 auf knapp 200 Mitarbeiter geschrumpft. Für die Anpassungen in der Personalstruktur besteht ein mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarter langfristiger Personalplan. „Bereits mein Vorgänger Reinhold Scheuring hat sich sehr darum bemüht, jedem einzelnen Mitarbeiter Klarheit darüber zu verschaffen, wie lange seine Funktion im Kraftwerk noch erhalten bleibt und welche Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft bestehen“, so Anlagenleiter Bernd Kaiser. „Diese Planung muss selbstverständlich durch konkrete Interessensausgleichsverhandlungen abgesichert werden. Gerade haben wir dies für die nächsten vier Jahre geschafft. Veränderung ist etwas Positives, vorausgesetzt man hat Klarheit über die persönliche Zukunft – so sehen das auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Passend dazu hat sich die Betriebsorganisation in eine Rückbauorganisation verwandelt: Teilbereiche wurden zusammengelegt und neue Bereiche geschaffen. Nicht wenige KKG-Mitarbeiter haben sich in neue Aufgaben eingearbeitet. Auch technisch hat sich einiges getan: Viele Systeme wurden an den abgeschalteten Anlagenzustand angepasst, um beispielsweise Energie zu sparen. Systeme, die nicht mehr benötigt werden, wurden bereits stillgesetzt und abgebaut. Ein wichtiger Meilenstein für den Rückbau – die Brennstofffreiheit – soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Symbolische Scheckübergabe im KKG (v. l.): Jürgen Koob (Betriebsratsvorsitzender KKG), Thomas Müller (Geschäftsführer Nachsorgeklinik), Markus Wiederer (Spendeneinreicher), Bernd Kaiser (Leiter der Anlage KKG).
Spendenübergabe im KKG: 5.000 Euro aus dem Hilfsfonds Rest Cent an Nachsorgeklinik Tannheim

Im Informationszentrum des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld trafen sich am 15. Juni 2020 Jürgen Koob, Betriebsratsvorsitzender, Bernd Kaiser, Kraftwerksleiter und Markus Wiederer, Kraftwerksmeister, zu einem seltenen, aber freudigen Termin. Gemeinsam überreichten sie Thomas Müller, Geschäftsführer der Nachsorgeklinik Tannheim, eine Spende über 5.000 Euro aus dem Hilfsfonds Rest Cent.

„Nie zuvor ist unsere Klinik so sehr auf finanzielle Zuwendungen angewiesen gewesen wie in Zeiten des Coronavirus“, freut sich Thomas Müller und ergänzt: „Sehr viele Menschen haben uns Mut zugesprochen, wir sind darüber wirklich froh.“

Die Nachsorgeklinik Tannheim im Schwarzwald gibt Familien mit schwer chronisch kranken Kindern neue Kraft und Hoffnung. Sie bietet im Rahmen der „Familienorientierten Nachsorge“ bei einer Krebs-, Herz- oder Lungenerkrankung eines Kindes der gesamten Familie eine hochqualifizierte Behandlung. Das 152-Betten-Haus ist eine moderne Nachsorgeklinik mit freundlicher Atmosphäre, die viel Wärme und Geborgenheit ausstrahlt. 

Diese „Insel für die gesamte Familie“ lernte Markus Wiederer im Dezembers 2017 während einer familienorientierten Rehamaßnahme kennen. Sein mittlerer Sohn Max leidet an Mukoviszidose, einer chronischen Lungenerkrankung. Das Ziel der Nachsorgeklinik Tannheim ist es, die körperliche und seelische Gesundheit des Patienten und seiner ganzen Familie zu fördern. „Elterngespräche und spezielle Therapien für die Kinder haben unserer Familie sehr geholfen, mit der unheilbaren Krankheit von Max umzugehen. Wir waren von der Nachsorgeklinik sofort begeistert und hoffen, dass viele Familien die Chance bekommen werden, dort einmal Kraft tanken zu können. Das hat mich dazu bewegt den Spendenvorschlag einzureichen“, erzählt Markus Wiederer. 

Schon seit vielen Jahren verzichtet ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KKG (und anderer Standorte der PEL) am Monatsende auf die Auszahlung ihrer Netto-Cent-Beträge – freiwillig und für einen guten Zweck.

Das Kuratorium des Hilfsfond Rest Cent entscheidet über die Verwendung der Spendengelder. Hierbei legt es großen Wert auf Spendenvorschläge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denn immerhin sind sie es, die maßgeblich zur Erfolgsgeschichte des Hilfsfonds Rest Cent beitragen. An dieser Stelle deshalb ein herzliches Dankeschön an die vielen teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen! Jeder Mitarbeiter, der sich zusätzlich beteiligt, verbessert die Möglichkeit zur Hilfeleistung.

Schon gewusst?

Bis zum Ende seines Betriebes produzierte das Kraftwerk Grafenrheinfeld insgesamt 333 Mrd. kWh Strom. Eine Menge, die ganz Bayern fast 4 Jahre durchgehend mit Strom versorgen könnte.

Fakten

Betreiber: PreussenElektra GmbH

Eigentümer: PreussenElektra GmbH (100%)

Mitarbeiter: 244

Reaktortyp: Druckwasserreaktor

Nettoleistung: 1.275 MW

Sie haben Fragen zu unserem Kraftwerk? Wir helfen Ihnen gerne weiter!