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Bild vom Kernkraftwerk Brokdorf in Abendstimmung

Kernkraftwerk Brokdorf

Das Kernkraftwerk Brokdorf liegt in Schleswig-Holstein, nahe der Stadt Glückstadt, an der Elbe. Es wurde 1986 in Betrieb genommen und steht seitdem für einen ausnahmslos erfolgreichen Betrieb. In punkto Jahresstromversorgung befand es sich bisher insgesamt 21 Mal unter den zehn erzeugungsstärksten Kernkraftwerken weltweit. Davon allein 12 Mal unter den Top Drei und wurde zwei Mal Produktionsweltmeister.

Das Kraftwerk hat am 31.12.2021 kurz vor Mitternacht seinen Leistungsbetrieb eingestellt. Der Antrag zur Stilllegung und zum Rückbau des Kraftwerks hat PreussenElektra bereits am 1. Dezember 2017 gestellt.

8. April 2022

Stellungnahme der PreussenElektra zu Äußerungen von MdB Daniel Schneider (SPD) zur Abgabe von Abwässern 

In einer Pressemitteilung vom 7. April 2022 hat der Bundestagsabgeordnete Daniel Schneider, SPD, sich zur Abgabe von Abwässern aus dem Kernkraftwerk Brokdorf geäußert. Darin sind einige falsche Informationen enthalten. Wir haben den Abgeordneten um eine Richtigstellung gebeten.

Im Folgenden nehmen wir zu diesen Aussagen Stellung: 

1.    „Einleitung von [...] radioaktiv belastetem Wasser"

Wie jeder andere Industriebetrieb, der das Elbwasser nutzt, unterliegen auch wir strengen Auflagen für die Entnahme von Flusswasser und die Einleitung von Abwässern. Diese Auflagen sind in der Wasserrechtlichen Erlaubnis geregelt. Die in einem Kernkraftwerk anfallenden Abwässer entstehen zum Großteil durch die kraftwerkseigene Wäscherei im Kontrollbereich. Im Gegensatz zu einem Industriebetrieb werden alle Abwässer, die im Kontrollbereich eines Kernkraftwerks anfallen, als radioaktive Abwässer bezeichnet – unabhängig davon, ob diese tatsächlich belastet sind oder nicht. Es ist uns gestattet, ausschließlich Abwässer einzuleiten, die in unserem Kraftwerk Brokdorf aufwändig behandelt und gereinigt wurden, so dass die für das Kraftwerk gültigen und genehmigten Grenzwerte sicher eingehalten bzw. deutlich unterschritten werden. Aufbereitete Abwässer werden gemäß der Gestattung in der Wasserrechtlichen Erlaubnis seit der Inbetriebnahme 1986 in die Elbe eingeleitet. 

2.      „Doch auch das in den Abwässern enthaltene Bor gehört nicht in unsere Ökosysteme."

Im Rahmen des Antragsverfahrens für die Ableitung borhaltiger Abwässer wurde geprüft und bewertet, ob mögliche Auswirkungen der Borabgabe auf tierische und pflanzliche Organismen durch die Ableitung bestehen. Das in diesem Rahmen erstellte „Gewässerökologischen Gutachten zur Wasserrahmenrichtlinie“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Einleitung für die Lebewesen im Einwirkungsbereich der Ableitung unschädlich ist. Dementsprechend wurde unser Antrag von der wasserrechtlichen Behörde beim Landkreis genehmigt.

Die Aussage, Bor gehöre nicht in Ökosysteme, ist im Übrigen grob falsch: Bei Bor handelt es sich nicht um eine künstlich hergestellte Substanz, sondern um einen aus der Umwelt entnommenen Stoff, dessen Konzentration im Elbwasser aufgrund von Ebbe und Flut ständigen Schwankungen unterliegt. Bor ist außerdem ein essenzieller Nährstoff vieler Pflanzen und Tiere und Bestandteil aller Lebewesen auf der Erde und damit sämtlicher Ökosysteme. Wir haben beim Landkreis Steinburg eine maximale kraftwerksbedingte Borkonzentration von 0,5 mg Bor/Liter beantragt. Zum Vergleich: Im Meerwasser beträgt die natürliche Borkonzentration 4 – 5 mg/l. Somit hat die Einleitung von Bor bezogen auf den Gesamtstrom keinen Einfluss auf die Flora und Fauna in der Elbe.

Die im Abwasser enthaltene Borkonzentration ist mit der Borkonzentration von Mineralwasser vergleichbar und liegt unterhalb der Borkonzentration vieler Fruchtsäfte oder der von Weinen. Im Vergleich zum KBR-Abwasser sind das Ökosystem Wattenmeer und der Lebensraum der Nordsee einer mehrfach höheren natürlichen Borkonzentration ausgesetzt.

3.     „Bor und radioaktive Nuklide können aus dem Abwasser gefiltert und in kristalliner Form gelagert werden."

Wie unter Punkt 1 bereits beschrieben, werden die radioaktiven Abwässer des Kernkraftwerks Brokdorf selbstverständlich vor der Einleitung in die Elbe aufwändig behandelt und gereinigt. Auch die borhaltigen Abwässer werden radiologisch mittels sogenannter Mischbettfilter aufbereitet, wodurch radioaktive Nuklide aus dem Abwasser gefiltert werden.  Ein Filtersystem für Bor, welches kristallines Bor erzeugt, wird entgegen Ihrer Behauptung nicht im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) angewendet. Wir haben eine Verwendung eingehend geprüft – jedoch bietet es ökologisch keinen Vorteil gegenüber der gestatteten Einleitung. 

13. Dezember 2021

KBR sagt Tschüss und Danke

Ende Dezember wird das Kernkraftwerk Brokdorf (KBR) seinen Leistungsbetrieb nach 35 Jahren einstellen. Mit einer außergewöhnlichen Aktion verabschiedet sich das Kraftwerk an der Elbe als bedeutender Stromerzeuger und bedankt sich bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bei den Nachbarinnen und Nachbarn und seinen Partnerfirmen: In der Woche vom 13. bis 17.12. werden täglich zu festen Zeiten verschiedene Botschaften auf die Reaktorkuppel projiziert.

Dazu Kraftwerksleiter Uwe Jorden: „Mit dieser weithin sichtbaren Aktion wollen wir ein Zeichen setzen. Wir bedanken uns auf diese Weise bei den Kolleginnen und Kollegen im Kraftwerk und bei all denjenigen, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben.“

Das KBR gehört zu den weltweit leistungsstärksten Kernkraftwerken und blickt zurück auf eine Geschichte voller Spitzenleistungen. Mehrfach wurde es Weltmeister in der jährlichen Stromerzeugung und erhielt das Prädikat „World Class Excellence”. „Auf diese Lebensleistung unseres Kraftwerks sind und bleiben wir ungemein stolz – auch über die Abschaltung der Anlage hinaus“, betont Jorden.

6. September 2021

Zweite Sitzung der der Brokdorfer Dialoggruppe 

Fast zwei Jahre nach der ersten Sitzung traf sich die Brokdorfer Dialoggruppe („BroDiaG“) am vergangenen Donnerstag erneut im Informationszentrum des Kernkraftwerks Brokdorf (KBR). Die ursprünglich im März 2020 geplante zweite Sitzung musste aufgrund der Corona-Pandemie zunächst ersatzlos gestrichen werden. Knapp 20 Personen – also nahezu alle Mitglieder aus der ersten Runde - folgten der Einladung zur Fortsetzung der Dialoggruppe. Teilnehmen konnte nur, wer vollständig geimpft oder genesen ist („2G-Regel)..

Nachdem Anlagenleiter Uwe Jorden einen kurzen Rückblick auf die letzte Sitzung gab, stellte Dr. Christian Müller-Dehn, Leiter der Regulierung/Grundsatzfragen der PreussenElektra, Inhalt und Stand des Genehmigungsverfahrens zur Stilllegung und zum Abbau des KBR vor. Er erläuterte unter anderem, welche Genehmigungsunterlagen PreussenElektra bei der Behörde einreichen musste. Besonders beeindruckt hat dabei der enorme Umfang der Unterlagen. Der Ausblick auf den weiteren Fortgang des Verfahrens rundete den informativen Vortrag ab.

An den Vortrag schloss sich die von Anlagenreferent Hauke Rathjen moderierte Dialog-Runde an. Darin wurden diverse Fragen aus vielen Themenbereichen des Nachbetriebes und des Rückbaus diskutiert. Diese Themen zeigten bereits weitere mögliche inhaltliche Schwerpunkte für die nächsten Dialog-Runden auf.

„Ich halte diese Form von Bürgerbeteiligung und des Austausches für sehr gut!“ konstatierte Marko Förster, Geschäftsstellenleiter der CDU-Geschäftsstelle in Itzehoe, auf seiner Facebook-Seite.

Die 3. Runde der BroDiaG wird voraussichtlich im Januar 2022 stattfinden – darauf .verständigten sich die Teilnehmer am Ende der Sitzung. 

Schon gewusst?

Im Schnitt generierte das Kernkraftwerk Brokdorf pro Jahr gut 11 Mrd. kWh Strom. Dies entspricht ca. der Hälfte der gesamten Schleswig-Holsteinischen Stromerzeugung eines Jahres. Es deckte damit  knapp 90% des jährlichen Strombedarfs des Bundeslandes.

Klimaschutz: Jedes Jahr produzierte das Kernkraftwerk Brokdorf gut 11 Mrd. kWh Kohlendioxid-armen Stroms. Somit ersparte es der Umwelt knapp 10 Mio. Tonnen CO2 jährlich und leistete damit einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz.

Fakten

Betreiber: PreussenElektra GmbH

Gesellschafter: PreussenElektra GmbH (80%), Vattenfall Europe Nuclear Energy (20%)

Mitarbeiter: 326 (davon 22 Auszubildende)

Reaktortyp: Druckwasserreaktor

Nettoleistung: 1.410 MW